Für eher kurzfristige Anleger eignen sich die Finanzierungsschätze, die wie ein Festgeld funktionieren. Die Anlage ist ab 500 Euro möglich, und die Laufzeit beträgt ein oder zwei Jahre. Für beide Laufzeitvarianten zahlt der Bund derzeit 3,7 Prozent - allerdings ist der Zugriff vor der Fälligkeit nicht möglich.
Diese Flexibilität bietet der Bundesschatzbrief nach Ablauf der einjährigen Sperrfrist. Bis zu 5.000 Euro können monatlich bei Bedarf liquidiert werden, auch wenn die reguläre Laufzeit von sechs bis sieben Jahren noch nicht beendet ist. Um die Anleger bei der Stange zu halten, hat Vater Staat seine "Schätzchen" mit dem berühmten Zinstreppchen ausgestattet: Je länger die Haltedauer, umso höher steigen die Zinsen.
Derzeit gibt es im ersten Jahr 3,5 Prozent, im sechsten und siebenten Jahr steigt der Zins auf vier Prozent an. Der wichtige Unterschied zwischen dem sechsjährigen Typ A und dem siebenjährigen Typ B: Bei ersterem werden die Zinsen jährlich ausgeschüttet, während sie bei Typ B angesammelt und am Ende mit dem Guthaben ausgezahlt werden. Die Anlage ist hier schon ab kleinsparerfreundlichen 52 Euro möglich.
Bei längerfristiger Anlage sollte der Bundesschatzbrief mit der Bundesobligation verglichen werden, die ab 100 Euro als festverzinsliche und börsennotierte Anleihe mit fünf Jahren Laufzeit und derzeit 4,03 Prozent Rendite ausgegeben wird. Das ist zwar höher als die 3,7 Prozent, die der Bundesschatzbrief nach fünf Jahren erzielt - aber dafür gibt es bei der Rendite ein gewisses Schwankungsrisiko. Während der Bundesschatzbrief zum Nennwert ohne Kursrisiko zurückgenommen wird, muss die Obligation wie eine Anleihe über die Börse verkauft werden, wenn der Anleger vor der Fälligkeit sein Geld braucht. Sollten bis dahin die Zinsen gestiegen sein, kann der Verkaufskurs unter dem einstigen Kaufkurs liegen - und das mindert letztlich die Rendite.
Unabhängig davon, für welches Bundeswertpapier sich Anleger entscheiden, sollte die Depotführung stets bei der Deutschen Finanzagentur - das ist sozusagen die Wertpapierbank des Bundes - erfolgen. Im Gegensatz zu den meisten Banken verlangt nämlich die staatliche Einrichtung keine renditefressenden Gebühren für die Führung des Depots. Die Kontoeröffnungsformulare können über das Internet unter www.deutsche-finanzagentur.de angefordert werden, möglich sind sowohl Einmalanlagen als auch Sparpläne.
Thomas Hammer, Telefon 07041.862866
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